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Stierenberg/Chamben SO

Gänge in die Landschaft

Eo ergo sum - Ich gehe, also bin ich.

Durch die Zürcher Oberländer Drumlin-Landschaft

Januar 5, 2012
Uster - Bertschikon - Gossau - Ottikon - Herschmettlen - Landsacher - Wolfhausen - Rüeggshusen - Frohberg - Rapperswil (3.1.2012)

Die erste Tour dieses Jahres führt durch die wunderbare Drumlin-Landschaft des Zürcher Oberlandes. Ich suchte und fand eine Strecke, welche den Hügeln am Rande der Aa-Ebene südöstlich des Greifensees von Uster bis über die Gemeinde Gossau hinaus folgt, die durch unüberbautes und verkehrsarmes Gebiet verläuft, die viel Aussicht bietet und schlussendlich nach Rapperswil führt. Deshalb gehen wir hier zu einem rechten Teil auf Wald- und Flurwegen, welche nicht als Wanderwege gekennzeichnet sind. Die Aussicht auf die Berge wandelt sich während der Strecke. Meistens zu sehen sind die Glarner Alpen, anfänglich auch Rigi und Pilatus, die Mythen, später noch im prächtigen Abendglühen das weiss eingeschneite Säntismassiv.

Im Zentrum von Uster gehen wir zur Kirche und biegen dann etwas weiter unten zuerst in die Burgstrasse, dann umgehend in die Schwizerstrasse ein. Hier sind wir in einem der bevorzugten Wohngebiete Usters. Am Ende der Strasse wird die Blindenholzstrasse gequert und wir nehmen den Weg auf der nördlichen Seite des Hügels "Esel". Nach dem Esel öffnet sich bereits eine sehr schöne Landschaft.
Wir bleiben auf dem Weg, der nun in die Senke zwischen den beiden Hügeln Bergholz und Chilenholz führt. Wir sehen die ersten Häuser von Sulzbach. Im Wald gibt es eine Abzweigung über einen sumpfigen Weg rechts hinauf auf die Ebene. Hier öffnet sich die Aussicht auf die  Berge zum ersten Mal. Wir kommen an den Höfen Trimuelen und Steinacher vorbei. Dazwischen verlassen wir das Gebiet der Stadt Uster, die sich hier so ländlich gibt, wie es manches Dorf nicht mehr ist, und wechseln auf Gossauer Boden.

Eingangs Bertschikon gelangen wir auf einen markierten Wanderweg, zweigen alsbald rechts in südlicher Richtung ab und queren in einer Mulde die Hauptstrasse. Dann geht es wieder hinauf am Hof Bänklen vorbei. Wir befinden uns nun im Gebiet Saum auf einem Hügel über Gossau. Hier ist die Aussicht wieder sehr weit. Bei einem kleinen Werkhäuslein (Strom, Wasser ?) sitzen wir auf das Bänklein und geniessen bei einer süssen Orange den Blick in die Ferne.

Der Weg führt dann wieder hinunter Richtung Badi Gossau, wo wir die Strasse queren und durch das Tannenberg-Wäldchen gehen. Im Sommer ist dies sicher ein lauschiges Plätzchen, jetzt ist es vor allem sumpfig. Wir nehmen den Weg über den Hügel Leihalden und gelangen mit wiederum schöner Aussicht nach Ober-Ottikon. Am östlichen Dorfrand wäre die Wirtschaft Traube ein Ort zum Einkehren, aber wir bleiben lieber an der Sonne und gehen weiter.

Nach Ober-Ottikon kommt ein etwas unangenehmes Zwischenstück, weil wir hier die vierspurige Forch-Autostrasse (über eine Brücke) queren müssen und der Weg ein paar Hundert Meter der Lärm ausgesetzt ist. Aber bald liegt dies hinter uns und wir erreichen die Gossauer Aussenwacht Herschmettlen.
Nach Herschmettlen neigt sich unser Weg langsam nach Süden, wir verlassen die Gemeinde Gossau und damit auch allmählich die Drumlin-Lanschaft.

Bereits auf Boden der Gemeinde Bubikon weist eine Tafel auf die Quelle der Glatt hin, welche hier entspringt. Genau genommen ist es der Hauptzufluss der Aa, welche durch Grüningen fliesst und später hinter Mönchaltorf als Aabach in den Greifensee mündet. Glatt heisst der Fluss dann nach dem Greifensee, nachdem auch noch die Ustermer/Wetziker Aa dazu gestossen ist. Deren Zuflüsse wiederum kommen von den Abhängen des Bachtels und des Allmens. Man könnte die Quelle der Glatt auch dort suchen. Es gibt so gesehen gar keine eigentliche Quelle, sondern viele Bächlein des Zürcher Oberlandes stehen am Anfang der Glatt.
Wir gelangen zum Weiler Landsacher, nach dem wir weiterhin in südlicher Richtung die Höfe Hinteracher und Talhof passieren.

Nun queren wir das Hüsliried, welches nach dem vielen Schnee und Regen wie ein See aussieht - der Weg ist schon fast überflutet. Wir folgen dem Strässchen durch den Weiler Hüsli nach Wolfhausen.
Bei der Schulthess-Waschmaschinenfabrik überqueren wir ein Industriegeleise und dann die Hauptstrasse. Durch ein völlig neues Quartier hindurch nehmen wir den Weg auf den Geissberg. Ja, auch hier wird kräftig gebaut - die S-Bahn-Station Bubikon befindet sich in Ortsbus-Distanz. Wolfhausen gehört übrigens zur Gemeinde Bubikon.

Auf dem Geissberg halten wir uns weiter südlich in Richtung Sunnental. Es folgt ein kurzes Stück durch den Wald, dann zweigen wir rechts hinunter ab auf die Wiese. Nach Überquerung einer Strasse kommen wir zum Weiler Rüeggshusen. Hier ist Wolfhausen noch ländlich; zwei, drei ältere Wohnhäuser. Wir folgen dem Weg an den Häusern vorbei, bis wir zu einem kleinen Weiher rechterhand gelangen. Dort zweigen wir rechts ab und passieren den Weiher.
Genau durch den Weiher verläuft die Grenze zum Kanton St. Gallen. Wir verlassen damit auch die Gemeinde Bubikon und befinden uns jetzt im Gebiet der Stadt Rapperswil-Jona.

Kurz darauf kommen wir zu einer Villa. Hier queren wir einen markierten Weg und halten zuerst rechts hinunter ins Wäldchen. Beim Eingang zur Weide gehen wir nach links, weiter durchs Wäldchen, wo der Weg steil in eine Wiese hinunter führt. Anschliessend gelangen wir zu den ersten Wohnhäusern von Rapperswil-Jona und einer Strasse. Dieser folgen wir ein Stück abwärts bis zum Anfang des Höhenwegs. Die Route über den Frohberg ist zwar in Richtung Bahnhof Rapperswil ein Umweg, aber sehr aussichtsreich. Mittlerweilen ist es dunkel geworden. Wir sehen den Zürichsee und die Lichter der Dörfer rund herum.

Am Ende des Höhenwegs müssen wir die vielbefahrene Strasse Jona-Rüti überqueren. Auf einem Strässchen geht es zuerst etwas hinauf, dann am Gut Meienberg vorbei abwärts. Hier können wir dem markierten Weg in Richtung Stadtzentrum folgen.
Nach Unterquerung der Bahnlinie und Überquerung der Seestrasse haben wir die Wahl zwischen dem Weg dem See nach aussen am Schloss herum und den Gassen durch die Altstadt. Wir entscheiden uns für letztere Variante und staunen als diesbezüglich nicht so verwöhnte Ustermer, wie viele Geschäfte es hier gibt und welche herrschaftlichen und schönen Häuser es hat. Zum Schluss gelangen wir bei der Schifflände an den See. Letztes Mal nahmen wir ein Abendschiff nach Zürich mit Nachtessen im Sonnenuntergang, dieses Mal gehen wir zum nahen Bahnhof und fahren mit der S-Bahn in ein paar Minuten nach Uster zurück.

Zeit: ca. 5 h 30 min, Distanz: ca. 22.0 km, Aufstieg ca. 385 m, Abstieg ca. 436 m.
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Vom Valle di Campo nach Bosco/Gurin

Oktober 31, 2011
Cimalmotto - Passo Quadrella - Grossalp [Bosco/Gurin] (12.10.2011)
Nach der Übernachtung im wenig luxuriösen, aber günstigen und freundlichen Albergo-Ristorante della Posta in Cevio lassen wir das Auto dort stehen und fahren mit dem Postauto nach Cimalmotto. In Cerentino steigen wir vom grösseren Auto, das nach Bosco/Gurin weiterfährt, in ein kleines Büsschen um, welches nur uns beide zum Ziel bringt. Heute wollen wir die schöne Passtour nach Bosco/Gurin unter die Füsse nehmen, welche mit einem mässigen Höhenunterschied aufwartet.

Der Weg steigt schon mitten im Dorf an. Zuerst geht es noch kurz über Wiesen, ab 1500 m führt der Weg in einen urtümlichen Lärchenwald. Auch heute ist ein Tag mit Postkartenwetter. Die Sonne scheint in den sehr lockeren Wald hinein und so bekommen wir schnell warm.
Bei der Alp Quadrella di Fuori, welche wohl kaum mehr genutzt wird, hat es einige Ställe, der eine verfallen, der andere noch gepflegt und vielleicht bewohnbar. Auf einem Bänklein an der Sonne geniessen wir eine Zwischenverpflegung.


Im Lärchenwald oberhalb Cimalmotto


Quadrella di Fuori
 
Anschliessend steigt der Weg weiter durch den Wald. Es wird steiler und steiniger. Entgegen dem Kartenbild gibt es fast bis zur Passhöhe keine Einzelbäume, sondern immer noch lockeren Wald. Zwischendurch sehen wir hinunter auf diesen riesigen Lärchenwald - einen so grossen habe ich noch nie gesehen. Dieser Wald ist das Besondere an dieser Tour. Die letzten Meter zum Pass verlaufen dann weiterhin steil über niedrige Vegetation.


Der grosse Lärchenwald


Passo Quadrella

Auf dem Passo Quadrella stellen wir fest, dass der Weg zur Grossalp, den wir nehmen wollen, noch etwas höher nach links hinaufführt. Dieses letzte Stück bis zur maximalen Höhe dieser Strecke (2200 m) machen wir noch, bevor wir uns einen windgeschützten Rastplatz in einer Mulde suchen. Es weht eine zeitweise steife Bise. Im Windschatten hingegen ist es warm an der Sonne.

Der Abstieg ist zuerst noch etwas steil, wird dann aber schnell flächer. Wir sind nun auf der Nordseite und gelangen zeitweise schon in beschattete Zonen, wo es schnell kalt wird. Hier liegen auch einige Schneereste, welche vor ein paar Tagen schon gefallen sind. Ins Tälchen Chummuheij hinein quert der Weg ein Felsband und wir müssen leicht klettern, aber die Stelle ist mit Drahtseilen zum Festhalten gesichert. Nachher geht es noch über mehrere Bächlein hinauf und hinunter zur Grossalp.

Von weiter oben haben wir gesehen, dass eine Zeit lang der Sessellift von der Grossalp ins Dorf hinunter in Betrieb war. Dann standen die Sessel wieder still. Von der Bergstation wären es noch 50 min zu Fuss ins Dorf hinunter. Wir hätten genug Zeit zum Laufen, aber erstens plagt uns seit dem Mittagessen Bauchweh und zweitens ist die Aussicht, dem Dorf im Sessellift entgegenzuschweben, verlockend. So rufen wir auf die bei der Bergstation angegebene Natel-Nummer an und schon bald kommt ein Mitarbeiter der Bergbahn vorbei, verkauft uns das Billet und setzt den Lift für uns in Betrieb. Die Fahrt mit Sicht auf das Dorf hinunter ist wunderbar. Exakt als wir die Talstation errreicht haben, hält der Lift wieder an, so dass wir leicht absteigen können.


Bosco/Gurin

Wir spazieren dann zum Dorf hinüber und schlendern an den schmucken Häusern vorbei. Fürs Museum sind wir zu müde und so trinken wir auf der Terrasse des Restaurants am Dorfausgang einen Tee. Später fahren wir mit dem Postauto wieder nach Cevio hinunter.

Zeit: ca. 3 h 30 min, Distanz: ca. 6.7 km, Aufstieg ca. 940 m, Abstieg ca. 325 m.
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Pilone: Zwischen Valle Onsernone und Valle di Vergeletto

Oktober 31, 2011
Alpe Saléi - Passo del Bùsan - Pilone - Laghetto dei Saléi - Alpe Saléi (11.10.2011)

Dieses Mal drehen wir eine leichte Runde im westlichen Sopraceneri mit geringen Höhenunterschieden und Abstecher auf den kleinen Gipfel Pilone.
Mit dem Auto fahren wir zuerst in Richtung Centovalli und zweigen bei Cavigliano ins Valle Onsernone ab. Nach Russo folgen wir dem Wegweiser nach Vergeletto, welches im gleichnamigen Seitental liegt. Es ist eine lange Strecke auf kurviger und teilweise schmaler Strasse. Nach Vergeletto fahren wir noch etwa zwei Kilometer weiter bis zur Talstation der Seilbahn zur Alpe Saléi.

Die Seilbahn führt steil und hoch hinauf, ist aber eigentlich eher ein Seilbähnchen, denn die Kabine bietet nur Platz für 4 Personen. Da vor uns gerade eine Familie mit drei Personen eingestiegen ist, müssen wir warten, bis diese oben ist und die andere Kabine bei uns unten ankommt. Die Fahrt dauert etwa sieben Minuten.

Der Weg führt uns an der Alpe Saléi vorbei, wo es übrigens eine Berghütte zum Übernachten gibt. Bei Pt. 1808 nehmen wir die Route in Richtung Alpe d'Arena. Der Weg schlängelt sich ohne grössere Steigungen entlang der Bergflanke um den Gipfel Creste herum. Tief unten, auf der anderen Talseite, sehen wir einen grossen Steinbruch. Die laute Detonation einer Sprengung hat uns darauf aufmerksam gemacht.
Bei Pt. 1786 zweigen wir nach links ab. Der Weg ist ebenfalls markiert, aber es gibt keinen Wegweiser. Nun steigen wir durch ein Tälchen steile und steinige 200 Höhenmeter auf den Passo del Bùsan.

Auf dem Pass breitet sich vor uns eine kleine Hochebene aus, dahinter eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Berge, auf ein Stück des Lago Maggiore, die Riviera und Locarno.
Wir nehmen nun den Weg in Richtung Pilone. Er führt auf den Grat und folgt diesem zum Gipfel. Nochmals sind etwa 200 Höhenmeter zu bewältigen, denn der Gipfel des Pilone liegt auf fast 2200 m. Der Weg ist ziemlich gut und nirgends ausgesetzt.


Weg zum Pilone
 
Auf dem Gipfel angekommen, suchen wir uns ein Plätzchen im Windschatten. Dann machen wir uns hungrig über unser mitgebrachtes Essen her.
Hier sind wir nicht allein. Die Aussicht ist natürlich noch einiges weiter als vorher auf dem Pass. Im Nordosten ist das Adula-Massiv zu sehen. Im Süden glauben wir den Flughafen Milano-Malpensa zu erkennen.
Der Pilone befindet sich auf der Grenze zu Italien. Auf der italienischen Seite heisst er Cima Pian del Bozzo.


Ausblick vom Pilone in Richtung Adula

Der Rückweg zum Passo del Bùsan ist derselbe. Dann steigen wir zum Laghetto dei Saléi hinunter, einem schönen, kleinen Bergsee. Er ist vom Wind leicht gekräuselt. Es ist ruhig hier.
Weiter unten gelangen wir wieder zur Alpe di Saléi. Wir treffen unverhofft Familienmitglieder, welche in der Berghütte übernachten, und trinken zusammen etwas. Dann nehmen wir wieder das Seilbähnchen ins Tal hinunter.


Laghetto dei Saléi

Und ja, dies alles bei schönstem und noch recht warmem Herbstwetter!

Weil wir am nächsten Tag in der Region bleiben wollen, fahren wir zum Übernachten nach Cevio im Valle Maggia und entscheiden uns dort für das Albergo-Ristorante della Posta.

Zeit: ca. 3 h 15 min, Distanz: ca. 8.0 km, Aufstieg ca. 660 m, Abstieg ca. 660 m.
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Zwischen Greifensee und Zürichsee

Oktober 3, 2011
Uster - Fällanden - Ebmatingen - Aesch - Pfannenstiel - Gibisnüd - Türli - Risiboden - Redlikon - Ghei - Brunegg - Feldbach (2.10.2011)

Eine meiner Lieblingstouren, und sicher auch eine der schönsten von meinem Wohnort Uster aus, führt um den Greifensee über den Pfannenstiel an den Zürichsee. Für mich entfallen dabei weite Anfahrten, und das Ende kann je nach verfügbarer Zeit näher oder weiter entfernt sein. Es gibt auch immer wieder Gelegenheit zur kleinräumigen Variantenbildung, so dass es nicht langweilig wird.
Dieses Mal hatte ich gut Zeit, das Laufen ging leicht vom Fuss und so kam ich, in das Einnachten hineinwandernd, bis nach Feldbach.

Erster Fixpunkt ist die kürzlich renovierte ARA (Kläranlage) Uster, deren neuer Aussenmauer man heute entlangspazieren kann, ohne eine gröbere Geruchsverletzung zu riskieren. Ich folge dem Weg entlang dem Greifensee unterhalb der Strasse. Leider ist es in Greifensee immer noch nicht möglich, direkt am Seeufer zu bleiben. Ein privater Garten verhindert dies. Beim Bach ohne Namen braucht es also einen kleinen Umweg zum Städtchen.
Nach Greifensee verläuft der Weg etwas weiter von der Strasse entfernt und zweigt dann vor Schwerzenbach nach links durchs Schwerzenbacher und Fällander Ried ab. Beim Ausfluss der Glatt aus dem Greifensee geht es über eine Brücke. Auf dem Wehr ist ein schöner Punkt zum Betrachten der Aussicht auf die Berge über den See hinweg, oder um dem fliessenden Wasser zuzuschauen.

Durch den Dorfkern von Fällanden ist der Fussgänger ziemlich dem Verkehr ausgesetzt. Der Weg steigt nun an. Ich wähle die Variante durch das Fällander Tobel. Vor dem Werkhof der Gemeinde zweigt er nach links über eine Brücke ab. Es folgt eine romantische Tobelpassage mit steilen Holztreppen, bemoosten Felsen im Wasser und durch die Bäume scheinendem Licht.
Kurz darauf gelange ich zum sogenannten Blitzstein, Faszinosum aus meiner Kindheit. Es handelt sich um einen zimmergrossen Findling, welcher in scharfkantigem Zickzack zerbrochen ist. An dieser Stelle ist der Wald dicht, das Licht düster. Steht man plötzlich vor diesem Fels, wirkt er überraschend unheimlich.
Der Weg geht dann über eine Brücke und steigt aus dem Tobel in Richtung Benglen empor. In Benglen passiere ich das verlotterte Einkaufszentrum aus den Siebzigern, welches nun abgerissen werden soll. Es war noch nie eine Schönheit, nun aber ist es alt und hässlich. Ich wähle einen Weg durch die runden und S-förmigen Reihenhaussiedlungen aus den Achtzigern. Es ist ein wahrer Dschungel von Häusern. Irgendwie, d.h. dank der Karte, finde ich dann ein Weglein, das hinaus aufs Feld Richtung Ebmatingen führt.

Auch in Ebmatingen quere ich verschiedene Wohnquartiere. An der Bachtobelstrasse erinnere ich mich an eine Arbeitskollegin aus vergangenen Zeiten, welche einmal dort gewohnt hat. Sie und ich arbeiten nicht mehr am selben Ort. Was macht sie wohl heute?
Dieses Mal nehme ich nicht den Weg über Süessblätz und Wassberg, sondern folge dem Waldrand oberhalb der Looren. In Aesch geht der Weg wiederum zwischen Häusern durch. Alt, neu, Villen, Blöcke, es gibt da sehr verschiedene Wohnformen nah beieinander. Bald überquere ich die Autostrasse und steige dann in Richtung Guldenen empor. Wie immer nehme ich den Weg über Chüelenmorgen, weil der Weg dort nicht dem Autoverkehr ausgesetzt ist und auch weniger Ausflügler unterwegs sind.
Nach dreieinhalb Stunden genehmige ich mir eine kurze Rast mit mitgebrachtem Zvieri.
Es folgen Guldener Höchi, Pfannenstiel Hochwacht und Vorderer Pfannenstiel. Die Restaurants lasse ich aus: zu viel Betrieb, mehr Lust zum Laufen als zum Sitzen.

Nach dem Überqueren der Wiese hinter dem Vorderen Pfannenstiel nehme ich ein Weglein, welches am Waldrand bei der Reitsportanlage vorbeiführt und weiter unten in den Weg Richtung Uetikon mündet. Dies ist schöner als der offizielle Wanderweg, welcher mehr der Strasse folgt. Ich will aber nicht nach Uetikon hinunter. Beim Hof Rüti zweige ich darum nach links ab und halte die Höhe. Es folgt leider ein kurzes Stück entlang der viel befahrenen Strasse abwärts, dann nehme ich die Schützenhausstrasse in den unteren Teil des Weilers Gibisnüd. Jetzt wird es wieder richtig schön. Der Weg führt über eine Wiese, dann länger durch den Heidenbrünneli- und Stollen-Wald.
Ab Türli folgt wieder ein Stück entlang der Strasse bis nach Mülihölzli. Zum Glück hat es auf diesem Abschnitt wenig Verkehr. Ab dem Mülihölzli steigt der Weg wieder. Gegen das Reservoir hinauf hat es zwei Bänklein. Eine Frau geniesst dort die Abendsonne. Es ist ungefähr achtzehn Uhr. Ein schöner Ort bei dieser Stimmung. Ich gehe weiter über den Risiboden nach Ober-Redlikon.


Vor dem Risiboden

Es folgt der Weiler Ghei, zuerst Bauernhäuser, offenbar viel Obstanbau, dann ein Wohnquartier. Leider gibt es in Richtung Hombrechtikon nur das Trottoir entlang der Strasse. Darum ändere ich meinen Plan, überquere die Strasse und nehme den Weg nach Widmen.
Die Sonne ist inzwischen untergegangen, es ist aber noch warm und das Abendrot strahlt in den schönsten Tönen.
Ein Stück weiter komme ich bei der Stiftung Brunegg vorbei, ein Wohnheim mit Gärtnerei. Die Umgebung und die Gebäude sehen sehr gepflegt aus. Hier könnte man sicher schöne Sachen für den Garten kaufen (http://www.stiftung-brunegg.ch/).


Vor Brunegg

Langsam hat es eingenachtet. Ich komme zu einem Wald. Zum Glück hat es Laternen am Weg. Nach Langgass wird das Strässchen zu einem schmalen, mit Wurzelstöcken durchsetzten Weglein. Laternen hat es nun keine mehr. Nur wegen des hellen Kieses seh ich, wo der Weg durchgeht. Offenbar bin ich jetzt an einer Geländekante. Zu meiner Rechten geht es fast senkrecht hinunter. Jetzt nur nicht stolpern! Zwischendurch gibt es Ausblicke auf den Zürichsee. Es muss ein sehr schöner Ort sein. Im Dunkeln ist es allerdings nicht mehr so ideal zum Laufen. Später, zu Hause, sehe ich, dass ich über den Trüllisberg gegangen bin, und dass unterhalb der Geländekante Rebberge stehen.
Ich bin froh, als ich auf eine Strasse gelange und nur noch den kurzen Abstieg zur Station Feldbach vor mir habe.

Zeit: ca. 8 h 15 min, Distanz: ca. 32.5 km, Aufstieg ca. 715 m, Abstieg ca. 745 m.
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Vom zerbrochenen Berg hinunter

September 20, 2011
Pilatus Kulm - Tomlishorn - Gemsmätteli - Widderfeld - Feld - Lütoldsmatt - Winterhalten (10.9.2011)

«Mons fractus» hiess der Pilatus einst, als die Sprache der Wissenschaft noch Latein war. Davon zeugt heute der in der Gegend vorkommende Flurname «Fräkmünt». Etwas zerbrochen wirkt dieser Gipfel aus schroffen Kalkfelsen schon. Beides voralpine Kalksteinmassive, ähneln sich Säntis und Pilatus. Auch den Säntis könnte man als zerbrochen bezeichnen. Entsprechend gibt es auch Gemeinsamkeiten bei den Wegen: stotziges Gelände, teils einigermassen exponierte Pfade.

Wir fahren mit der Zahnradbahn von Alpnachstad auf den Gipfel. Das Bähnchen ist mit bis zu 48 % Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt. Die Zahnstangen wurden im 19. Jahrhundert vom Zürcher Ingenieur Eduard Locher entwickelt - das gegen Aufklettern gesicherte «System Locher». Die elektrischen Triebwagen stammen zum grössten Teil aus dem Jahr 1936 und sind im Wesentlichen unverändert geblieben. Geniale und über 70 Jahre bewährte Technik. Mit dieser Bahn muss man einmal gefahren sein.
Wir stellen das Gepäck in ein Zimmer des neu renovierten Hotels Pilatus-Kulm. Auch das Hotel ist eine Empfehlung wert. Es zählt definitiv nicht zur Kategorie «günstiges Berghaus», aber wer gewisse Annehmlichkeiten schätzt, ist dort nicht schlecht aufgehoben. Zwei Nächte werden wir da bleiben.

Die erste Etappe des Weges, bis zum Tomlishorn, ist touristensicher ausgebaut und sehr aussichtsreich. Es ist bestes Wetter mit guter Sicht in die Alpen und ins Mittelland hinaus. Ich freue mich über die Bergdohlen, welche sich auf die Geländer setzen und sich gut beobachten lassen.


Gemsmätteli und Widderfeld (Felswand)


Weg zum Gemsmätteli
 
Vom Tomlishorn geht es etwas hinunter in die Senke bei Pt. 1999. Dann steigt der Weg wieder an und führt über einen grasbewachsenen Rücken. Hier ist der schmale Weg etwas ausgesetzt. Auf beiden Seiten geht es hinunter. In solchen Fällen schaue ich geradeaus und lasse mich von der Tiefe möglichst nicht ablenken.
Bald mündet der Rücken ins breitere Gemsmätteli vor der hohen Wand des Widderfelds. Dann verläuft der Weg unterhalb der nordwestlichen Felskante des Widderfelds und das Gelände wird wieder sehr abschüssig. Zuerst geht der Pfad hinunter, schmiegt sich an die Felswand und steigt dann über eine Art Treppe wieder an bis zu einer kurzen, mit Seilen gesicherten Kletterstelle. Diese überwinden wir leicht und gelangen bald auf den breiten, grasbewachsenen Rücken des Widderfelds. Hier ist ein guter Ort, um unser mitgebrachtes Mittagessen zu verzehren.


Auf dem Widderfeld

Der Weg folgt weiterhin der Krete, welche sich bis zu einer Mulde bei Pt. 1701 senkt. Zuerst hatten wir geplant, bis zum Mittagsgüpfi zu gehen und dann über dieselbe Strecke wieder zum Pilatus-Kulm zurückzukehren. Wir entscheiden uns nun aber, vom Berg abzusteigen und später mit Hilfe der Bahn wieder hochzufahren. Weil die Strecke entsprechend weiter wird, verzichten wir aufs Mittagsgüpfi und beginnen gerade mit dem Abstieg über die Alp Feld. Dieser ist nach Alt Stafel steil und geht in die Knie. Bei Märenschlag gelangen wir auf einen fahrbaren Weg, welcher sich weiter unten zu einem Strässchen ausweitet.

Auf der Alp Lütoldsmatt machen wir die weitere Planung. Wir stellen fest, dass die Idee, zur Zwischenstation Ämsigen der Pilatusbahn zu laufen, weniger gut als zuerst gedacht ist, denn der Weg dorthin würde zuerst einige Hundert Höhenmeter ansteigen, um dann wieder nach Ämsigen abzufallen. Zudem ist auch die Zeit fortgeschritten und es könnte knapp werden, das letzte Bähnchen zu erreichen. Also entschliessen wir uns, nach Alpnachstad abzusteigen und von dort aus wieder hinaufzufahren. Allerdings ist auch dafür die Zeit nicht gerade reichlich bemessen, so dass wir leider auf die verlockende Einkehr in der Alpwirtschaft verzichten müssen, die nun endlich als erste auf dem Weg aufgetaucht ist.

Dafür werden wir durch einen schönen, neben der Alpstrasse im Wald verlaufenden Fussweg entschädigt. Dieser Weg wurde ab 1833 vom französischen Holzhändler Cellard zum besseren Transport des im Schlierental gefällten Holzes angelegt und heisst darum heute Franzosenweg. Er quert die Alpstrasse zweimal bis zur Abzweigung des Wanderwegs beim Pt. 828 nach Alpnachstad.
Nach Alpnach könnte man diesem Weg folgen, aber zur Talstation nach Alpnachstad müssen wir der Fahrstrasse entlang gehen.
Wir spüren nun langsam die hinter uns gelassene Höhe am Körper, und gleichzeitig wird es auch immer heisser, je weiter wir ins Tal kommen. Vor uns liegen noch ein paar Kilometer auf dem Strässchen an der Sonne, und wir müssen uns beeilen. Das wird jetzt eher mühsam, denke ich. Meine Begleiterin denkt jedoch nicht daran, diese Strecke noch zu Fuss zurückzulegen und macht kurzentschlossen Autostopp. Wir haben Glück, denn das erste Auto hält an und jemand aus der Gegend, der vom Aufbau einer Alpchilbi nach Hause ins Tal fährt, nimmt uns mit und bringt uns - wir danken nochmals! - sogar direkt zur Talstation der Pilatusbahn. Mit dem letzten Bähnchen fahren wir später wieder zum Hotel hoch.
Wer nicht unbedingt nach Alpnachstad muss, nimmt wohl besser den Weg nach Alpnach, welcher weniger der Strasse folgt.


Zeit: ca. 4 h 30 min, Distanz: ca. 10.1 km, Aufstieg ca. 500 m, Abstieg ca. 1750 m.
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Auf steilen Wegen im Alpstein

August 23, 2011
Wasserauen - Meglisalp - Säntis - Schäfler - Ebenalp (13.-14.8.2011)

1984 habe ich zusammen mit meinem Vater meine erste Säntis-Tour gemacht. Ich war damals 17, er 44. Es ging von Wasserauen auf den Rotsteinpass, wo wir übernachteten; am nächsten Tag über den Lisengrat auf den Säntis, dann vermutlich auf einfachem Weg wieder hinunter.
Dieses Mal bin ich 44. Dabei sind wieder mein Vater und weitere Familienmitlieder. Weil der Rotsteinpass schon ausgebucht war, haben wir eine Übernachtung auf der Meglisalp genbucht. Die Route soll am ersten Tag von Wasserauen zur Meglisalp sein, am zweiten Tag Meglisalp - Säntis - Schäfler - Ebenalp.

Wir nehmen den Weg von Wasserauen über Hütten durch die Schrennen zur Meglislap. Zuerst ist der Aufstieg steil. Die Luft ist trotz heissen Wetters feucht, es ist wieder einmal wie schon im Tessin zuvor eine schwitzige Sache.
In den Schrennen (Felswände auf der rechten Seite des Seealpsees) verläuft der Weg flächer, steigt aber immer noch an. Der Weg ist nicht wirklich ausgesetzt, aber man erahnt die Felswände weiter unten. In etwa der angegebenen Zeit erreichen wir die Meglisalp. Achtung: Die Meglisalp befindet sich in einem GSM-Funkloch.


Meglisalp (in der Mitte) und Seealp (unten)

Im Restaurant erwartet uns ein gutes Nachtessen. Insbesondere das Biber-Parfait zum Dessert ist eine einzigartige Kreation, die man unbedingt probieren sollte. Der Service ist sehr freundlich.
Wir übernachten im Massenlager, welches immerhin eine Dusche hat (mit gut ausreichenden Jetons) und das mit einem 10er-Zimmer (wir sind zu fünft) noch mässig massig ist.

Nach einem ausgiebigen Zmorgen mit Zopf in der Meglisalp nehmen wir den Säntisträgerweg, welcher an der Wagenlücke vorbei ohne Schwierigkeiten zum Säntis führt. Auf diesem Weg haben früher Träger die Baumaterialien und später Waren für das Berghaus auf dem Säntis hochgebracht. Nach ca. 2 h 40 min sind wir auf dem Gipfel (2502 m). Dank der Seilbahn und schönstem Wetter wimmelt es hier nur so von Leuten. Wir nehmen uns Zeit, um etwas zu trinken und um einige Gipfelfotos zu machen.


Blick vom Säntis auf die Churfirsten
 
Nachher unterqueren wir den Gipfel in einem dunklen Tunnel, an dessen Ende sofort der Abstieg auf den Nordgrat beginnt. Über eine schräge Felsplatte mit einer eingehauenen «Rille», fest montierten Tritten und Drahtseilen geht es etwa 100 m tief hinunter. Hier herrscht dichter Personenverkehr mit Kreuzungs- und sogar Überholmanövern auf der eigentlich einspurigen Kraxelstrecke. Nachdem dies überstanden ist, fällt unser Weg weiter nach rechts auf den «Blau Schnee» ab, der allerdings völlig verkümmert ist. Der Abstieg ist ebenfalls sehr steil und mit Drahtseilen zum Festhalten gesichert, aber es hat nun viel weniger Leute. Der Weg wird bald flächer. Anfangs Rossegg picknicken wird. Dabei können wir die ganze Zeit einer Gruppe von Steinböcken zusehen, welche sich am Fuss des Hüenerbergs bewegen.

 
Links der Abstieg vom Säntisgipfel, rechts Steinbock am Hüenerberg
 
Der weitere Weg verläuft vorerst ziemlich flach zur Hinter Öhrligrueb, wo ein etwas mühsamer Abstieg über feines Geröll mit Rutschgefahr folgt. Zum Glück haben wir die Stöcke dabei. Dann geht es wieder flach weiter zum Lötzlisalpsattel, wo der Weg vor den Altenalptürm wieder auf die der Seealp zugewandte Seite der Gratlinie wechselt. Hier wird das Gelände nun richtig stotzig und es gibt exponierte Stellen, welche jedoch glücklicherweise mit Drahtseilen zum Festhalten gesichert sind. Ich staune teilweise, dass es überhaupt einen Weg gibt, obwohl von weitem nur Felsen zu sehen sind.


Altenalptürm in Richtung Schäfler
 
Vor dem Schäfler legt das Ganze noch einen Zacken zu. Der Weg verläuft jetzt auf schmalen Felsbändern und steigt nochmals etwa 100 Höhenmeter an. Weil wir schnell unterwegs sind, habe ich gar keine Zeit, mich um die Abgründe zu kümmern, die sich an meiner Seite auftun. Zum Glück kann ich mich immer mit einer Hand festhalten. Die Wanderstöcke sind längst versorgt, damit ich die Hände frei habe.
Schliesslich erreichen wir ziemlich müde und von der ständigen Sonne verfolgt den Schäfler (1925 m), wo der leichte Abstieg auf gutem Weg zur Ebenalp beginnt. Wir erwischen gerade eine Seilbahn und fahren nach Wasserauen hinunter. Zu guter Letzt nehmen wir im Schwendibach ein erfrischendes Fussbad, wie vom Kondukteur der Seilbahn empfohlen, und essen ein Glacé.

Wasserauen - Meglisalp
Zeit: ca. 2 h 45 min, Distanz: ca. 5.4 km, Aufstieg ca. 830 m, Abstieg ca. 180 m.
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Meglisalp - Säntis - Schäfler - Ebenalp
Zeit: ca. 6 h 15 min, Distanz: ca. 12.6 km, Aufstieg ca. 1380 m, Abstieg ca. 1310 m.
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Vom Val Bavona ins Val Bedretto

August 23, 2011
Robièi - Passo di Cristallina - Ossasco (11.8.2011)

Dies ist eine gut machbare Tour durch ein sehr schönes Stück der Tessiner Alpen. Der Passo di Cristallina verbindet die eher südlichen Valle Maggia (genauer gesagt das Val Bavona) mit dem eher nördlichen Val Bedretto. Eine Werkseilbahn der Maggia-Kraftwerke (Ofima) erleichtert den Zugang in dieses hoch gelegene Gebiet.

Wir fahren mit dem Auto das Val Bavona hinauf (wir denken: eine Tour durch den Talgrund wäre sicher auch lohnenswert), passieren San Carlo und parkieren auf dem Parkplatz der Werkseilbahn. Zwar fährt da auch das Postauto etwa zweimal am Morgen hin, aber weil unser Hotel so weit entfernt ist, hätten wir den feinen Zmorgen auslassen müssen, der dort serviert wird. Mit der 10 Uhr-Bahn fahren wir nach Robièi. Die Pendelbahn wurde in den 1960ern im Zusammenhang mit den Kraftwerksanlagen gebaut. Sie vermag eine Last von etwa 8 t zu transportieren. Die eine Plattform ist eine Kabine für ca. 110 Personen, die andere ist offen für den Transport von Fahrzeugen, welche für das Kraftwerk benötigt werden. Die Bahn verläuft in nicht allzu grosser Höhe (was ein Vorteil bei Wind ist) entlang der Felswände. Einige Masten stehen nicht wie üblich mit einem oder zwei Beinen auf dem Boden, sondern sind nebst einer Stütze seitlich an der Felswand befestigt.
In Robièi befinden sich auf ca. 1900 m Höhe neben der Seilbahnstation der Eingang ins unterirdische Pumpspeicherwerk gleichen Namens, etwas weiter oben ein 6 oder 8-eckiges Gebäude mit einer Herberge und dahinter der Stausee Lago di Robièi.
Die Tour führt uns über die Staumauer, nach welcher ein Weglein zur Kraftwerksstrasse hinauf folgt. Dieser gehen wir über einen Kilometer entlang, bis dann vor dem Lago Bianco (2077 m) die Abzweigung rechts in die Höhe hinauf folgt. Der Weg ist teilweise sehr steil, so dass man gerne die Hände benutzt. Eine Familie mit einem kleinen Kind versucht es, scheint aber dann den Rückweg anzutreten. Etwa 200 m höher wird der Weg weniger steil und steigt quer über Wiese und später Fels zu Pt. 2465 an. Dort steht man direkt über senkrechten Felswänden. Gegen Süden die wunderbare Aussicht auf den Basòdino und seinen Gletscher, gegen Westen der Lago die Cavagnöö, gegen Norden der Lago Sfundau, in welchen sich ein künstlicher Wasserfall ergiesst.


Tal oberhalb Robièi und Basòdino-Gletscher
 
Der Weg traversiert nun den Hang über dem Lago Sfundau und steigt dann langsam zum Passo di Cristallina (2568 m) auf. Schon von weitem ist die grosse, modern gebaute Hütte des SAC zu sehen. Auf dem Pass picknicken wir.


Fels beim Passo di Cristallina
 
Dann folgt der Abstieg ins Val Torta. Dieser ist bis zur Alpe di Cristallina (1800 m) recht angenehm, wird dann aber steiler. Zudem merken wir, dass die Zeit knapp wird, um das Postauto von 17:42 in Ossasco zu erreichen. Wir beschleunigen also das Tempo, was nicht allen Mitliedern unserer Vierergruppe Freude macht. Der Weg verläuft jetzt im Wald. Das ist wegen der Sonne sehr angenehm - wir haben bestes Bergwetter. Der Bosco di Piei ist ein schöner Tannenwald. Allerdings ist der Genuss wegen des Marschtempos etwas eingeschränkt.
Schlussendlich erreichen wir Ossasco mit etwa 10 min Vorsprung auf das Postauto. Mit diesem fahren wir nach Airolo, wo wir auf den Zug nach Bellinzona umsteigen. Schliesslich nehmen wir den Zug nach Tenero, wo das andere Auto steht. Dann gehts ins Hotel zum Nachtessen zurück. Das Auto in San Carlo werden wir am nächsten Tag holen.

Zeit: ca. 5 h 45 min, Distanz: ca. 13.6 km, Aufstieg ca. 910 m, Abstieg ca. 1490 m.
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Spaziergang mit Aussicht über den Lago Maggiore

August 23, 2011
Purèra - Alpe di Naccio - Purèra (10.8.2011)

Eigentlich wollten wir auf den Pizzo Leone, aber der Nachmittag war zu weit fortgeschritten und ein reserviertes Nachtessen wartete auf uns. So begnügten wir uns mit der verkürzten Variante auf die Alpe di Naccio, von der aus das Panorama über den Laggo Maggiore oder Verbano sowie über die Magadino-Ebene hinaus ebenfalls beeindruckend ist.

Die Zufahrt erfolgt entweder von Porto Ronco am See über Ronco sopra Ascona oder von Losone über Arcegno. Bei Gruppaldo beginnt die schmale Strasse zu den Monti, welche sich in grossen Schlaufen in die Höhe windet. Die Strasse ist bis oberhalp des Weilers Purèra befahrbar, wo sich auf etwa 1100 m ein Parkplatz befindet.
Mit mehr Zeit liesse sich die Alpe di Naccio auch von Rasa (898 m) her erreichen, das durch eine Seilbahn mit der Centovalli-Bahn verbunden ist (Hst. Verdasio).

Da wir noch nichts gegessen haben, beginnen wir den Ausflug mit einem Picknick auf den Tischen beim Forsthaus kurz nach dem Parkplatz. Nachher marschieren wir los. Bei der Kapelle Pozzuolo verhindert ein etwas missgerichteter Wegweiser, dass wir den richtigen, dort ansteigenden Weg nehmen. Wir folgen daher zuerst dem Strässchen und gelangen in ein Gebiet, welches nach einem grossen Waldbrand 1997 nur noch mit niedrigem Buschwerk bewachsen ist. Über einen Verbindungsweg finden wir auf den markierten Weg  weiter oben zurück. Er folgt dem Waldrand, welcher seit dem Brand der Krete nach verläuft. Der Weg steigt stetig und wir erreichen bald die Alpe di Naccio. Dort gehen wir um die Alphütten herum zur links liegenden Krete, wo sich uns eine fantastische Sicht über den Laggo Maggiore nach Italien sowie über die Magadino-Ebene in die Riviera hinauf eröffnet.


Lago Maggiore / Verbano
 
Nach gebührender Betrachtung und einer Foto-Session (wir sind zu viert), geht es wieder den gleichen Weg zurück. Auf etwa 1300 m verpassen wir schwatzend die Abzweigung und laufen in Richtung Casone. Nachdem wir den Fehler bemerkt haben, müssen wir das falsche Stück wieder zurück. Dann geht es hinunter in Richtung Pozzuolo. Dieses mal kommen wir von selber bei der Kapelle vorbei. Nach ein paar Hundert Metern sind wir wieder beim Auto.

Zeit: ca. 2 h, Distanz: ca. 5.6 km, Aufstieg ca. 395 m, Abstieg ca. 395 m.
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Zwischen den Beinen des Lago di Lugano

August 23, 2011
Serpiano - Monte San Giorgio - Serpiano (8.8.2011)

Der Monte San Giorgio ist ein kleiner Berg, welcher sich sozusagen zwischen den «Beinen» (südlichen Ausläufern) des Lago di Lugano befindet. Er steht im Inventar des Unesco-Weltnaturerbes, weil an seinen Abhängen einzigartige Spuren von Dinosuariern gefunden wurden. Dazu gibt es ein Museum in Meride.
Die Tour auf den Gipfel und rund um den Berg von Serpiano aus ist einfach. Ein relativ neu erstellter Weg auf der östlichen Seite, welcher in den aktuellen Karten noch nicht eingezeichnet ist, erleichtert sie zusätzlich. Wenn man diesen Weg nicht kennt, wünscht man ihn sich bei der Planung anhand der Karte herbei und ist dann äusserst positiv überrascht, wenn man vor Ort seine Existenz bemerkt.
Die Seilbahn von Brusino nach Serpiano fährt montags und dienstags nicht.

Wir starten in Serpiano bei der Kapelle (640 m). Der Weg in Richtung des Gipfels (1097 m) steigt stetig an. Es ist ein schöner, aber schwül-heisser Tag. Obwohl der Weg meistens im Schatten des Waldes verläuft, rinnt es mir aus allen Poren. Bei Forello, kurz vor dem Gipfel, betrachten wir die Ruine eines Hauses. Es sieht aus, als ob hier einmal ein Berghaus hätte stehen sollen, aber dann nur zum Stall wurde und wieder zerfiel.
Auf dem Gipfel steht eine Kapelle. Die Aussicht in Richtung San Salvatore und Lugano ist grossartig. Wir sehen auch den Monte Brè und den Monte Boglia. Auf der anderen Seite rückt der Monte Generoso ins Bild, darunter Capolago und der Verkehr.
Auch die Schmetterlinge halten sich gerne hier auf. Wir bewundern einen grossen «Schwalbenschwanz».
Das Mittagessen nehmen wir etwas entfernt von den Massen auf dem Gipfel gegen Pt. 995 auf dem südöstlichen Ausläufer ein. Hier gibt es nur niedrige, buschartige Bäume, welche stark von Insekten zerfressen sind. Es sieht auf eine Art gespenstich aus. Hat hier einmal ein Waldbrand gewütet?
Im Süden werden die Wolken dichter. Es könnte regnen.
Nach dem Essen steigen wir den steilen Weg in die Ostflanke hinunter. Plötzlich donnert es. Mit einem Gewitter hatten wir nicht gerechnet. Wir beeilen uns, aber der Rückweg nach Serpiano ist noch weit. Zum Glück finden wir nun den neuen Weg, welcher bei Pozzo links abzweigt, die Höhe behält und über Pt. 821 nach Gaggio führt. Darauf kommen wir schnell vorwärts. Allerdings ist das Gewitter schneller und holt uns ein. Einmal ist die Zeit zwischen Blitz und Donner beunruhigend kurz. Es entwickelt sich aber nicht sehr stark und die Abstände zwischen den Donnern vergrössern sich rasch. Dazu gibt es leichten Regen, welcher jedoch im Wald keinen Regenschutz erfordert. Das Klima fühlt sich ganz tropisch an. Als wir oberhalp der Alpe di Brusino vorbeikommen, hört der Regen auf. Innen und aussen feucht erreichen wir später den Parkplatz bei Serpiano.


Gewitter über dem Monte San Giorgio

Zeit: ca. 3 h 45 min, Distanz: ca. 9.2 km, Aufstieg ca. 740 m, Abstieg ca. 740 m.
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In luftiger Höhe über der Valle di Blenio

August 22, 2011
Dandrio/Rossino - Cima del Simano - Dandrio/Rossino (4.8.2011)

Die Tour auf den 2580 m hohen Simano kann entweder mit grob 2000 Höhenmetern vom Talgrund aus bewältigt werden, oder aber - für uns realistischer - mit einer Anfahrt auf etwa 1600 m im Val Malvaglia, was mit einem längeren Hin- und Rückmarsch ausgeglichen werden muss.
Wir wählten dazu die Strasse nach Cusiè oberhalb Dandrio und parkierten bei Pt. 1630 (Rossino/Russin). Von anderen Berggängern, welchen wir später auf dem Gipfel begegneten, erfuhren wir, dass auch die Zufahrt zum näheren Cascina di Dagro auf derselben Höhe möglich ist, was die Marschdistanz deutlich verkürzt.
Die Seilbahn Malvaglia-Dagro eignet sich für eine Tagestour nicht unbedingt, denn sie fährt am Morgen zum ersten Mal erst um 9 Uhr, und bis Cascina di Dagro sind dann noch 200 Höhenmeter zu Fuss zu bewältigen.

Von Russin stiegen wir über Vipéra nach Prato di Cüm hinauf, welches mit knapp 1900 m schon ungefähr auf der Ebene der Traversierung in Richtung Lavill liegt. Auf nur noch leicht ansteigendem Weg ging es dann zur Alpe di Cióu (2003 m) und zur Alpe di Prou (2015), wo sich eine kleine öffentliche Hütte befindet. Dort assen wir alleine unseren Znüni.
Ab der Alpe di Prou führt der Weg vom Val Malvaglia in die Valle di Blenio talaufwärts hinaus. Auf nicht mehr so ebenem, eher anstrengendem Weg, mit vielen an den Waden kratzenden heidekrautähnlichen Pflanzen (ich hatte am Abend einen leichten Ausschlag davon) ging es nun ein langes Stück auf dieser Höhenstufe weiter zum Refugio Lavill (2023 m), das in diesen Tagen gerade erneuert wurde.
Nach Lavill gibt es keinen markierten Wanderweg mehr. Früher war dies anders, und so sind noch vereinzelte Spuren alter Markierungen zu sehen. Bis zur Alpe Pièi (2246 m) gibt es noch einen deutlichen Weg, welcher sich an der Bergflanke über einem immer tiefer werdenden Tobel in die Höhe zieht. Am Ende des Tobels traversiert der Weg über Abgründen auf die andere Seite. Hier befindet sich die für mich unangenehmste Stelle dieser Tour. Es sieht auch so aus, als ob der Weg dort im Laufe der Zeit wegen Erosion immer schlechter würde und der Abgrund näher rückte.


Gipfel des Simano
 
Von der Alpe di Pièi aus - eine reine Schafalp -  gibt es keine klaren Wegspuren mehr. Wir gingen zuerst in Richtung des Laghetto di Port und wendeten uns dann hinter Pt. 2417 nach links in Richtung des nordöstlichen Ausläufers der Cima del Simano, wie der Gipfel eigentlich heisst. Dies ist alles recht flaches, aber oft mit Geröll übersätes Gelände, wobei noch ein bis zwei grössere Verwerfungen im Fels an einer passenden Stelle zu überqueren sind. Diesem Ausläufer auf der südlichen Seite folgend, gelangten wir zu einem kleinen Vorgipfel, den wir überquerten und so rasch zum eigentlichen Gipfel kamen.
Auf dem Simano-Gipfel gibt es: Eine Wetterstation, ein Gipfelkreuz, ein Gipfelbuch und ein kleines Bänklein.
Es war ein schöner, warmer Tag mit leichtem Nordwind, Schönwetter-Wolken und recht guter Sicht. So waren wir nicht allein, sondern begegneten auf dem Gipfel vier anderen Tourengängern aus Acquarossa.
Die Cima del Simano ragt in der Mitte der Valle die Blenio sozusagen etwas ins Tal hinaus und fällt sehr steil 2000 m tief ab. Deshalb sind nicht nur die umliegenden Berge zu sehen, sondern auch Ortschaften wie Biasca, Olivone oder Acquarossa, letztes praktisch direkt von oben wie aus dem Flugzeug. Im Rücken des Simano befinden sich die etwa 200 m höhere Cima di Gana Binaca und dahinter, oft in den Wolken versteckt, die Adula (Rheinwaldhorn). Wir genossen eine gute Stunde die Aussicht und nahmen den zweiten Teil unseres Mittagessens ein.


Blick ins Tal, 2000 m tiefer
 
Beim Abstieg folgten wir zwei anderen Berggängern, welche eine relativ direkte Route zur Alpe di Pièi nahmen, was uns einigen Weg ersparte.
Nachhher hiess es, den langen Weg zurück über Lavill, Alpe di Prou, Alpe di Cióu und Prato di Cüm nach Russin noch zu bewältigen. Die Strecke Lavill-Alpe di Prou war heiss und mühsam. In Alpe di Prou konnten wir jedoch bei einem späten «Zvieri» bzw. frühen «Znacht» noch eine schöne abendliche Stimmung erleben.
Insgesamt waren wir ca. 12.5 h unterwegs, wobei etwa 10.5 h Marschzeit waren. Die unten angegebene Zeit ist wie immer die Zeit, welche man gemäss Swissmap für diese Strecke eigentlich hätte.


Abendstimmung im Val Malvaglia

Zeit: ca. 9 h 30 min, Distanz: ca. 21.5 km, Aufstieg ca. 1740 m, Abstieg ca. 1740 m.
GPX-Datei: [gelaufen]
 

Die angegebenen Zeiten sind reine Marschzeiten gemäss SwissMap. Um die Gegend und interessante Objekte wahrnehmen zu können, braucht es zusätzliche Zeit - ebenso natürlich für die notwendigen Pausen.

Die angebotenen GPX-Dateien können in Programme wie SwissMap oder Google Earth zum Anschauen der Strecke auf einer Karte importiert werden. Zum Herunterladen Link mit rechter Maustaste anklicken und «Verknüpfte Datei sichern unter ...» auswählen, dann darauf achten, dass Name nur mit Endung «.gpx» gespeichert wird (meistens wird «.gpx.xml» vorgeschlagen).
Die geplanten Strecken wurden mit SwissMap gezeichnet. Die gelaufenen Routen (Tracks) wurden mit einem SatMap-GPS-Gerät aufgezeichnet und entsprechen nicht immer genau dem Weg.

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